In China löst der Name Laba-Fest bei vielen Menschen sofort ein bestimmtes Gefühl aus: Das chinesische Neujahr ist nicht mehr weit.
Das Laba-Fest findet am achten Tag des zwölften Monats nach dem chinesischen Mondkalender statt. „La“ steht für den letzten Monat des Jahres, „ba“ für den achten Tag – daher der Name. Auch wenn es kein offizieller Feiertag ist, hat dieser Tag für viele Menschen eine besondere Bedeutung. In China sagt man oft: Nach Laba beginnt eigentlich schon das neue Jahr.
Ab dem Laba-Fest wird es spürbar winterlicher, und langsam kommt Neujahrsstimmung auf. Manche beginnen, ihre Wohnung zu putzen, andere kaufen bereits erste Dinge für das Fest. Das Frühlingsfest ist gewissermaßen schon unterwegs.
Woher kommt das Laba-Fest?
Das Laba-Fest blickt auf eine lange Geschichte zurück. In früheren Zeiten gedachten die Menschen an diesem Tag ihrer Vorfahren, dankten für die Ernte des vergangenen Jahres und hofften auf Gesundheit und Frieden im neuen Jahr. Später bekam das Fest auch eine religiöse Bedeutung: In der buddhistischen Tradition heißt es, dass Buddha (Shakyamuni) an diesem Tag Erleuchtung erlangte. In vielen Tempeln wurde deshalb Brei gekocht und an die Menschen verteilt. So entwickelte sich das Laba-Fest im Laufe der Zeit zu einem Fest, das eng mit Essen verbunden ist.
Was isst man zum Laba-Fest?

Wenn man vom Laba-Fest spricht, kommt man an einem Gericht nicht vorbei: Laba-Brei.
Dieser Brei ist alles andere als schlicht. Er besteht meist aus Reis, Hirse, roten Bohnen, Mungbohnen, Erdnüssen und roten Datteln. In manchen Familien kommen auch getrocknete Longan-Früchte oder Rosinen dazu. Jedes Rezept ist ein wenig anders, doch eines haben alle gemeinsam: Eine warme Schale Laba-Brei tut einfach gut. An einem kalten Wintermorgen wärmt sie nicht nur den Körper, sondern auch das Gemüt.
Im Norden Chinas gibt es außerdem eine weitere Spezialität: Laba-Knoblauch.

Dabei wird Knoblauch mehrere Tage in Essig eingelegt. Mit der Zeit färbt er sich grün – was viele zum ersten Mal überrascht. Die häufigste Frage lautet dann: „Kann man das wirklich essen?“ Die Antwort ist eindeutig: ja – und es schmeckt hervorragend. Besonders zu Teigtaschen ist der Knoblauch angenehm sauer, aromatisch und leicht. Viele sagen: Ohne Laba-Knoblauch fehlt dem Winter etwas.
Das warme Gefühl des Laba-Festes
Das Laba-Fest ist nicht laut und nicht spektakulär, aber es ist warm und menschlich. Viele schicken an diesem Tag ihren Familien oder Freunden eine Nachricht und schreiben: „Heute ist Laba – vergiss nicht, Laba-Brei zu essen.“
Eine Schale Brei, ein Bissen Knoblauch. Kleine Dinge vielleicht, aber sie erinnern daran, dass das Jahr sich dem Ende zuneigt und das chinesische Neujahr wirklich nicht mehr fern ist.


